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  • Roland Kelbert-Nagl

Lockerung der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona Krise

Tag 53. – Lockerung der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona Krise

- Satire -

Bundeskanzler, Sebastian Kurz:

„Liebe Österreicherinnen und Österreicher. Heute ist es endlich soweit. Wir können die Lockerungen der Maßnahmen bekannt geben, also die neue Verordnung mit dem Titel Maßnahmen-Lockerungspaket Teil I. Phase II. Etappe A mit Vorbehalt verabschieden. Das heißt nicht, dass die Maßnahmen des Maßnahmenpakets „Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus“ nicht unverzüglich wieder in Kraft treten können und Andreas Gabalier nicht weiterhin am Bau arbeiten muss, keine Konzerte spielen darf und sich zur neuen Version unserer Hymne bekennen muss.

Das Maßnahmen-Lockerungspaket Teil I. Phase II. Etappe A mit Vorbehalt beinhaltet folgende Punkte:

Ab Freitag den 1. Mai werden die Ausgangsbeschränkungen zu einem beträchtlichen Teil mit Ausnahmen und mit strengen Beschränkungen für Österreicherinnen und Österreicher aufgehoben. Ab sofort dürfen auch Wienerinnen und Wiener ihre Wohnungen verlassen und in die Parks gehen, aber nur in einige Parks und dort dürfen auch nicht alle rein. Alle, denen Eintritt gewehrt wird, müssen auf jedem Fall ihr Gesicht verschleiern. Am besten mit einer FFP2-Maske oder mit einer Burka. Im Park dürfen die Auserwähltinnen und Auserwählten ab dem 1. Mai auf Parkbänken Platz nehmen, sofern sie sich dabei angemessen verhalten, nicht ins Gespräch mit Passantinnen und Passanten kommen, also Social Distancing betreiben und Zeitungen lesen, in denen keine Beiträge von Expertinnen und Experten gedruckt werden, die unsere Verordnungen kritisieren – also von Verschwörungstheoretikern. Darüber hinaus dürfen auf Parkbänken maximal zwei Personen mit Kinder Platz nehmen. Aber ich bitte sie, liebe Österreicherinnen und Österreicher, überspannen sie hier den Bogen nicht und nehmen sie keine Nachbarskinder mit, denn die Polizei wird sämtliche Meldezettel von Kindern kontrollieren. Sofern die Kinder nicht im gleichen Haushalt mit den Erwachsenen leben, können drastische Strafen verhängt werden. Diese können sich bis zu 3600 Euro belaufen oder weitere 4 Wochen Kindergarten- oder Schulverbot für die Kinder bedeuten. Also entweder finanzieller oder psychische Ruin für die betroffenen Eltern.

Darüber hinaus wurde im Krisenstab festgestellt, dass die Lockerung der Verordnungen ab dem 1. Mai einen optimalen Zeitpunkt darstellen. Der Grund dafür ist, dass Freitag, der 1. Mai, auf Donnerstag den 30. April folgt. Anschließend folgt das Wochenende und danach fängt dich Woche mit Montag an. Diese Tatsache wurde von Krisenstab untersucht, analysiert und für richtig erachtet. Vielen Dank nochmal für die harte Arbeit der Task Force unter Leitung unseres Vizekanzlers Werner Kogler.

Damit möchte ich das Wort auch an den Innenminister weitergeben und mich bei ihnen, liebe Österreicherinnen und Österreicher, bedanken. Sie haben außergewöhnliches geleistet, aber bis wir wirklich zur „neuen Normalität“ übergehen können, müssen meine Umfragewerte dauerhaft die Zweidrittelmehrheit übersteigen und die Reproduktionsrate der SPÖ darf die 0,75 nicht erreichen. Sollten die erforderlichen Werte nicht erreicht werden, müssen sämtliche Maßnahmen erneut eingeführt, das Parlament zu meinem persönlichen Home-Office erklärt und der Innenminister zu einem Logopäden geschickt werden. Viele Dank!“

Innenminister, Karl Nehammer:

„Vielen Dank, Herr Bundeskanzler. Das Innenministerium kann berichten, dass die Zahl der Anzeigen stark zurückgegangen ist. Das lässt sich einerseits auf die Polizeipräsenz auf den Straßen, Parks, öffentlichen Plätzen, Wohnungen und Schlafzimmern der Bevölkerung zurückführen, andererseits kann es auch sein, dass sich die Österreicherinnen und Österreicher einfach nur gut verstecken können, weil sie das Versteckspielen von klein auf hervorragend erlernt haben. Wir bemühen uns aber in diesem Bereich nachzurüsten und bilden unsere Polizistinnen und Polizisten mit intensivem Versteckspieltrainings weiter, um uns an die veränderten Aufgaben anzupassen. Ich möchte die Österreicherinnen und Österreicher und Menschen, die in Österreich leben darauf aufmerksam machen, dass die Lockerungen aus dem Maßnahmen-Lockerungspaket Teil I. Phase II. Etappe A mit Vorbehalt nicht bedeuten, dass unserer Polizistinnen und Polizisten ein Auge ihre Arbeit weniger professionell machen werden. Gerade in dieser Phase müssen der Mindestabstand und das Kussverbot von Österreicherinnen und Österreichern, die nicht in einem Haushalt leben, genauestens eingehalten werden. Ausländerinnen und Ausländer bilden hier eine Ausnahme, da wir bei ihnen in so einem Fall die Auslieferung in ihr Heimatland, einen sicheren Drittstaat oder nach Saudi-Arabien beantragen können.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen und unseren Polizistinnen und Polizisten für ihre harte Arbeit in der Coronakrise, der größten Herausforderung seit der Türkenbelagerung danken. Ohne ihre disziplinierte Arbeit hätten wir höchstens eine Reproduktionszahl von 1,25 wie unsere Deutschen Nachbarinnen und Nachbarn erreichen können. Das wäre quasi gleichzusetzen mit einer Niederlage für die Österreichische Seele. So aber haben wir unsere geschätzten Nachbarn aus Deutschland, die hoffentlich trotz der Krise bei uns Urlaub machen, endlich bei einer Statistik überholt. Ich freue mich für uns Österreicherinnen und Österreicher und gebe das Wort weiter an den Gesundheitsminister. Vielen Dank!“

Gesundheitsminister, Rudolf Anschober:

„Liebe Österreicherinnen und Österreicher. Bevor ich sie mit den neuesten Zahlen versorge, möchte ich mich für ihre Disziplin und Ausdauer bedanken und ihnen erzählen, wie außergewöhnlich es ist, Teil einer Regierung zu sein. Ich hätte es als kleiner grüner Abgeordneter nie für möglich gehalten. Fantastisch! Wir sagen einfach, was die Bevölkerung zu tun hat und sie, liebe Österreicherinnen und Österreicher befolgen unsere Anweisungen! Wundervoll. Als Grüner Politiker hätte ich es nie zu träumen gewagt, wie geil es ist, zu regieren.

Ich kann ihnen sagen, es fühlt sich großartig an. Ich trete jeden Tag vor die Presse und das ganze Land hört mir zu. Diese Aufmerksamkeit würde ich mir zu Hause wünschen, aber da sagen sie zu mir nur: „Ach Rudi, geh komm. Du hast ja net Medizin studiert. Jeden Tag kommst mit deinen Zahlen und hast keine Ahnung was du da erzählst!“

Aber nun zu den Zahlen. Aktuell haben wir in Österreich 1350 Infiziertinnen und Infizierte. Das ist zwar verglichen mit der Gesamtbevölkerung von 8.858.775 sehr wenig, jedoch bloß ein Rückgang von 1,5 % zum Vortag. Das kann daran liegen, dass die Daten nicht ordnungsgemäß oder rechtzeitig in die Datenbank eingetragen wurden, einige Stationen die Corona-Melde-App nicht richtig nutzen können oder vergessen haben sie zu aktualisieren. Oder die Zahl der Infiziertinnen und Infizierten ist wirklich niedrig. Das wissen wir nicht genau. Die Dunkelziffer darf man auch nicht vergessen. Bei über acht Millionen Österreicherinnen und Österreichern könnte diese Zahl gering erscheinen, ist sie aber nicht liebe Österreicherinnen und Österreicher. Unser Ziel ist es die Zahl möglichst stark bis etwa 0,00001 zu senken, damit wir die Krankenhäuser und Online-Versandhäuser entlasten können. Das können wir nur durch eiserne Disziplin vor allem in den Supermärkten erreichen. Dazu gehört der Mund-Nasen-Schutz, möglichst von der Firma, an der ich Anteile besitze, und der Mindestabstand. Zum Thema Mindestabstand haben Expertinnen und Experten nach neuesten Studien unterschiedliche Meinungen. Einige sagen ein Meter ist ausreichend, andere sagen zwei Meter Mindestabstand ist absolut notwendig. Wir haben eine eigene Studie gestartet, um eruieren zu können, welcher Mindestabstand dabei helfen wird, die Zahl der Infiziertinnen und Infizierten auf den gewünschten Wert von 0,00001 zu senken. Ich möchte hier nichts vorwegnehmen, weil die Studie noch nicht veröffentlicht wurde, aber die ExpertInnengruppe arbeitet mit Hochdruck. So lange werden wir einen Mindestabstand von 1,5 Metern empfehlen, aber nicht verordnen, das heißt sie wird lediglich in der Verfassung verankert.

Zurück zu den Supermärkten. Der Mindestabstand soll mindestens 1,5 Meter betragen. Das kann nicht oft genug betont werden. Ich möchte diesen Appel in erster Linie an die Pensionistinnen und Pensionisten richten, die bekanntlich die Gruppe der Drängler in jeder Warteschlage an der Supermarktkassa darstellen. Dieses unerklärliche Verhalten kann in Zeiten wie diesen für Risikogruppen verheerend sein. An dieser Stelle möchte ich nochmal die Gruppe der Risikogruppen präzisieren. Zur Risikogruppe gehören Österreicherinnen und Österreicher über 65, die richtig alt sind und schwere Vorerkrankungen haben.

Darüber hinaus haben wir entschieden, dass im Supermarkt die Hygienevorschriften erweitert werden. In der aktuellen Verordnung kann nachgelesen werden, dass Lebensmittel, die angefasst wurden, mit sofortiger Wirkung gekauft werden müssen. Mit dieser Bitte sind Spar und die Rewe Gruppe an uns herangetreten und wir konnten ihrer Bitte gerne nachkommen. Damit kann auch die Wirtschaft sehr gut unterstützt werden. Somit kann ich mit einer hervorragenden Überleitung das Wort an den Finanzminister weitergeben. Vielen Dank!“

Finanzminister, Gernot Blümel:

„Danke Rudi! Liebe Österreicherinnen und Österreicher. Wir haben am Anfang der Krise gesagt, dass wir die Wirtschaft unterstützen werden, koste es was es wolle. Zunächst haben wir vier Milliarden zur Verfügung gestellt, nach zwei Tagen haben wir gemerkt, dass es nicht reichen wird und auf 8 Milliarden erhöht. Nächste Woche werden wir ein Hilfspaket in Höhe von 25 Milliarden Euro schnüren und danach eines mit 58 Milliarden. Sie sehen, die Unterstützungsmaßnahmen wachsen von Woche zu Woche exponentiell. Hier sieht man, dass sich das Nulldefizit der letzten Jahre ausgezahlt hat. Sollten die finanziellen Mittel doch nicht reichen, werden wir bei Bill Gates, George Soros und im Notfall bei russischen Oligarchen, die Kontakte werden aktuell vom Ex-Vizekanzler hergestellt, um weitere Mittel ansuchen.

Darüber hinaus haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir die österreichische Wirtschaft stärken, ankurbeln und auf ein Wachstumskurs bringen können. Es ist uns bewusst, dass der Biermarkt am Einbrechen ist, weil keine Fußballspiele, Zeltfeste und kein Frühschoppen stattfinden. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, dass Österreicherinnen und Österreicher, die ein Grillfest mit maximal 10 Personen in ihren Gärten veranstalten 5 Kisten Bier, 10 kg Ripperl und 3 Kg Grillkohle zur Verfügung gestellt wird. Darüber hinaus wird verordnet, dass auf ORF Sport+ das „Wunder von Cordoba“ in dauerschleife gezeigt wird. Damit sollte sich die Situation am Biermarkt entspannen und das Volk mit Brot und Spielen besänftigt werden. Vielen Dank!“

Vizekanzler, Werner Kogler:

„Liebe Österreicherinnen und Österreicher. I was, dass des net guat ist, wos wir mochen, over des muss gmocht werden, damit wir des Ding endlich loswerden. I bin mir sicher, dass des mit dem Kickn bold wieder geht, sonst müssma halt im Amateurbereich uns irgendwos einfolln lossen. Do mochma vielleicht wos mit Gutscheinen oder so. Des stärkt auch die Wirtschoft. I denk, dass des so in der Art gehen sollte, wenn net, dass müssma uns holt wos anderes überlegn. Auf jeden Foll sind wir ständig am diskutieren, präzisieren und verordnen, und wenn es net guat ist, werden wir des nochbessern, aber ansonsten solle es geah, sonst müssma noch schauen, wie wir es sonst mochn können. koste es wos es wolle. Over eigentlich koan i net vü dazu sogn, weil i generell net vü zu sogn hob. Danksche!“


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